Strategie Leibniz-Forschungsverbund Open Science 2019-2024

Selbstverständnis

Der Leibniz-Forschungsverbund Open Science ist ein Zusammenschluss von Forschungs- und Informationsinfrastruktureinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft, Universitätsinstituten bzw. -bibliotheken sowie weiteren außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Partnern. Die Stärke des Verbunds liegt in der Vielfalt dieser Einrichtungen und dem breiten Spektrum der vertretenen Wissenschaftsdisziplinen und Fachkompetenzen. Diese Eigenschaften machen den Leibniz-Forschungsverbund Open Science im deutschsprachigen Raum und international einzigartig.

Unter Open Science verstehen wir Praktiken und Prozesse in allen Wissenschaftsdisziplinen, um Partizipation und Kollaboration, Zugänglichkeit und Nachnutzung sowie Transparenz und Überprüfbarkeit in der Wissenschaft zu fördern. Damit verbunden ist die Nutzung und Förderung eines offenen Webs und die Bereitstellung offener Infrastrukturen für wissenschaftliches Forschen, Lehren und Lernen. Darüber hinaus befördert Open Science nachhaltigen Impact, sowohl disziplinenübergreifend innerhalb der Wissenschaft als auch in Politik, Wirtschaft, Kultur und Öffentlichkeit. Open Science steht somit in der Tradition etablierter Prinzipien der guten wissenschaftlichen Praxis mit dem Anspruch, die traditionelle Wissenschaftskultur kritisch zu reflektieren und diese in die Gegenwart der vernetzten Forschung zu übertragen.

Vision

Der Leibniz-Forschungsverbund Open Science ist zentraler Impulsgeber, Forum und Anlaufstelle für Fragen offener Praktiken und Prozesse im europäischen Wissenschaftsraum. Wir sind Innovator in der Erforschung und Entwicklung von Arbeitsweisen, Infrastrukturen und Werkzeugen für offene Wissenschaft mit einem nachhaltigen Transfer in Wissenschaftspolitik, wissenschaftliche Praxis und Ausbildung. Als einer der wichtigsten internationalen Akteure sind wir mit den bedeutenden Interessensgruppen des Wissenschaftssystems vernetzt.

Strategische Vorgehensweise

Der Leibniz-Forschungsverbund Open Science engagiert sich in den drei Handlungsfeldern (1) Forschung und Wissenstransfer, (2) Infrastruktur und Werkzeuge sowie (3) Advocacy und Community-Building. Um innerhalb dieser Handlungsfelder relevante Themenfeldern zu bearbeiten, werden entsprechende Aktivitäten des Verbunds in Arbeitsgruppen organisiert und über entsprechende Förderprogramme des Verbunds unterstützt.

Innerhalb des Verbunds fördern wir offene, partizipative Arbeitsweisen. Eingerichtete Arbeitsgruppen verpflichten sich dazu, Ergebnisse aus geförderten Aktivitäten und Maßnahmen im Sinne von Open Science zu veröffentlichen.

Forschung & Wissenstransfer

Wir nutzen und bündeln die multidisziplinäre Expertise unserer Verbundpartner, um praxisrelevante Forschung im Themenfeld Open Science zu initiieren und zu betreiben. Die Vielfältigkeit des Verbunds ermöglicht dabei die Förderung interdisziplinärer und transdisziplinärer Forschungsansätze. Wir streben eine Transferorientierung an, um unsere Ergebnisse für verschiedene Stakeholdergruppen anschlussfähig zu machen. Um dies zu gewährleisten, werden bei Bedarf relevante Stakeholder außerhalb des Verbunds in Forschungs- und Entwicklungsprozesse eingebunden.

Infrastrukturen & Werkzeuge

Open Science benötigt geeignete Infrastrukturen und Werkzeuge, an deren Entwicklung und Aufbau diverse Akteure beteiligt sind. Basierend auf der Expertise der unter anderem im Verbund vereinten Infrastruktureinrichtungen, die Services für unterschiedliche Fachcommunities bereitstellen, begleiten wir den Aufbau entsprechender Infrastrukturen und bieten Orientierung, welche Innovationen und Entwicklungen sich abzeichnen und wie interessierte Akteure sich daran beteiligen können. Dabei setzen wir uns für offene Lösungen ein und unterstützen deren Entwicklung. Zudem geben wir Forschenden Orientierung bei der Auswahl passender Infrastrukturen und Werkzeuge.

Advocacy & Community-Building

Ein wesentlicher Aspekt unserer Arbeit ist die Vermittlung von und Erhöhung der Akzeptanz von Open-Science-Praktiken. Dabei sollen insbesondere Ergebnisse aus den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Verbunds genutzt werden. Die eingesetzten Transferformate (Handreichungen, Policy Paper, Veranstaltungen usw.) werden an die spezifischen Informationsbedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe angepasst. Wir streben Wissenstransfer primär in Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und Forschungsinfrastruktur an. Darüber hinaus spielt Community-Building eine wesentliche Rolle, um die Sichtbarkeit auf nationaler wie internationaler Ebene auszubauen und den Verbund weiter mit relevanten Stakeholdern zu vernetzen. Dazu bieten wir eine Plattform des informierten Austauschs über eine moderne und nachhaltige Wissenschaft.