Science Popularization und Open Science

Projektbeschreibung

Das Projekt „Science Popularization und Open Science“ widmet sich der Öffnung der Wissenschaft für die breite Bevölkerung, indem wissenschaftliche Erkenntnisse und Entwicklungen in einer angemessenen und verständlichen Art und Weise vermittelt werden.

Die neueren Modelle zur Wissenschaftskommunikation mit der Öffentlichkeit gehen von der Grundvorstellung aus, dass die Bedeutung von Wissen dem wechselseitigen Austausch zwischen Wissenschaftlern und Nicht-Wissenschaftlern unterliegt (Dialog-Ansatz anstelle eines einseitig-linearen Wissenstransfers von Wissenschaftlern an Laien). Zudem kann Science Popularization auch  zur wissenschaftlichen Entscheidungsfindung beitragen und eine Koproduktion von Wissen ermöglichen (im Sinne eines partizipativen Ansatzes).

Gemäß dieser Konzeptualisierung von Wissenschaftskommunikation ist Science Popularization eng mit Open Science verknüpft. Die Möglichkeiten von Open Science, Digitalisierung der Wissenschaft und Science 2.0 eröffnen neue Wege der Interaktion (z.B. Laien können an Diskussionen auf Wissenschaftsblogs teilnehmen) und können auf diese Art starken Einfluss auf die Informationsverarbeitung, Verstehen von übergreifenden Zusammenhängen und die Meinungsbildung bezüglich wissenschaftlicher Themen nehmen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Potential von praktischen Initiativen zur Öffnung der Wissenschaft für die breite Bevölkerung beispielsweise durch Podiumsdiskussionen zwischen Wissenschaftlern und Nicht-Wissenschaftlern, interaktive Ausstellungen in Museen oder die Einbettung wissenschaftlicher Informationen in den Alltag (z.B. wissenschaftliche Poster in öffentlichen Verkehrsmitteln). Neben diesen vielversprechenden Entwicklungen müssen jedoch auch mögliche Fehlerquellen beachtet werden, zum Beispiel die Gefahr von kontextuellen Wahrnehmungsverzerrungen.

Wichtige Forschungsthemen des Projektes „Science Popularization und Open Science“ beinhalten:

  • Angemessene Einbettung und Gestaltung wissenschaftlicher Informationen (z.B. mittels Narrationen / erzählerische Darstellungsweise, Nutzung verschiedener Format oder Medien)
  • Unterstützung des Verstehens von wissenschaftlichen Informationen und der Entwicklung von wissenschaftlichen Wissen und Konzepten
  • Balance zwischen wissenschaftlicher Korrektheit und Verständlichkeit für Laien (z.B.: Vermeidung des sog. Easiness-Effects)
  • Adressierung und effektive Aufdeckung von Fehlkonzeptionen und wissenschaftliche Mythen (z.B., Vermeidung des sog. Backfire-effects)
  • Darstellung und Wahrnehmung von wissenschaftlichen Kontroversen (z.B. Vermeidung von kontextuellen Wahrnehmungsverzerrungen)
  • Wahrgenommene Glaubwürdigkeit von wissenschaftlichen Informationen (Bezug zur Medienkompetenz von Laien, die Informationsquelle korrekt einzustufen)
  • Partizipation der breiten Öffentlichkeit am wissenschaftlichen Prozess (jenseits von Citizen Science, z.B. Förderung der Diskussion zwischen Wissenschaftlern und Laien auf Blogs oder im unmittelbaren face-to-face Kontakt)

Projektaktivitäten und zukünftige Forschungsagenda

Basierend auf der bisherigen Forschung zu Science Popularization und Science Communication werden die oben genannten Fragestellungen adressiert, die speziell für Open Science hohe Relevanz besitzen, jedoch bislang noch unzureichend erforscht und/oder in der praktischen Anwendung ungeprüft sind.

Die Projektaktivitäten beinhalten vorrangig empirische Studien, um zusätzliche wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verbesserung von Science Popularization im Zuge von Open Science und der Digitalisierung der Wissenschaft zu gewinnen. Zudem werden auch vielversprechende und innovative Initiativen zur Science Popularization in der Praxis wissenschaftlich begleitet, um dadurch zu einer kontinuierlichen Optimierung beizutragen.

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